Wilhelm von Ockham - Bernhard D. Kanduth - 2010

Aus elib.at
Wechseln zu: Navigation, Suche
Info.png

daten

Wilhelm von Ockham ·
Ein Franziskaner zwischen Politik und Verbreitung von Glaubensvorstellungen
Kanduth Bernhard D (Autor) · Wien 2010 (2010)

Herausgeber: Uni Wien · Verlag:  · (Ed)
ISBN/ISBN13:/ · ISSN:
Sprache: Deutsch · Version: v1.00 (Volltext)
beschreibung
translatio
 ·  ·  ·
zitieren
(coins)
Kanduth Bernhard D: Wilhelm von Ockham . In: eLib.at (Hrg.), 17. Februar 2020. URL: http://elib.at/
Book-of-myst.png
 · Hochschulschrift · Seminararbeit ·
Geschichte · Religion · Mission · Philosophie · Franziskaner
Share! |

Volltext

Wir danken Bernhard D. Kanduth für seine Unterstützung. Diese Version enthält keine Bilder.

Wilhelm von Ockham: Ein Franziskaner zwischen Politik und Verbreitung von Glaubensvorstellungen

Bernhard D. Kanduth
070236 SE Seminar - Mittelalterliche Geschichte (WS 2009, Uni Wien)


Zusammenfassung

In der vorliegenden Arbeit wurde versucht die Entstehung der politischen Schriften des Philosophen und Theologen Wilhelm von Ockham aus seinem kontextuellen Rahmen herzuleiten und die Inhalte in Beziehung zu franziskanischen Vorstellungen der Glaubensverbreitung zu setzen. Räumliches und zeitliches Zusammentreffen philosophischer, theologischer und politischer Konflikte im päpstlichen Avignon Johannes XXII. bilden den Hintergrund. Der Häresie seiner philosophischen Schriften angeklagt, schlug sich Ockham in der theologischen Auseinandersetzung auf die Seite der Befürworter der franziskanischen Armutsthese. These wie Befürworter fanden nicht nur ihre Instrumentalisierung im politischen Konflikt auf der Seite Ludwig IV, sondern auch Raum und Exil in einem die Kurie kontrahierenden Bayern. In den mit Wohlwollen und Auftrag des Bayernkönigs verfassten Schriften gegen den Papst findet sich neben ihrer Streitrhetorik sowohl der ideelle Standort des Philosophen als auch sein praktischer Bezug zum wortgetreuen franziskanischen Missionierungsverständnis. Während das, über die franziskanische Ordensregel konkretisierte, abstrakt ontologische des rechten Wortes die theoretische Auseinandersetzung prägte, stand in der praktischen Glaubensverbreitung die radikale Distanz zur Gewalt auf dem Prüfstein. Märtyrerschicksale in der Sarazenenmission und Kreuzzugsrhetorik ließen den Eifer der Franziskaner stagnieren. Aus den vorliegenden Quellen kann gefolgert werden, dass sowohl der Armutsstreit wie auch der Beitrag Ockhams in seiner praktischen Relevanz für die Verbreitung von Glaubensvorstellungen durch die Franziskaner von untergeordneter Bedeutung blieb, und auf ein politisch instrumentalisiertes akademisches Kapitel reduziert werden muss.


Wilhem von Ockham, Opera Politica, Franziskaner, Ordensregel, Armutsstreit, Mission


Einleitung

Die Mission als Weg zur Verbreitung von Glaubensvorstellungen war im Mittelalter nicht nur von politischen und sozialen Rahmenbedingen geprägt, sondern selbst Mittel der politischen Machtentfaltung und soziales Phänomen. Der philosophische Rahmen dieser Zeit steht im Zeichen der Scholastik. Die intensive Beschäftigung der Scholastik mit jenen Texten die Autorität beanspruchten führte bereits im 12. Jahrhundert zur Akzentverlagerung von der Grammatik zur Logik. Der propädeutische Anspruch besteht in der Vorbereitung zur Einsicht in die Wahrheit des Glaubens. Die entdeckten Begründungszusammenhänge sollen dabei von theologischen Autoritäten formal unabhängig sein. Die Bemühungen die geforderte Wahrheitsfähigkeit der natürlichen Vernunft mit der theologischen Konzeption ihrer Endlichkeit in Einklang zu bringen beschäftigten die Denker des 13. und 14. Jahrhundert.

Unter diesen Voraussetzungen sollte der Beurteilung eines dem Nominalismus zugeordneten Denkers der Spätscholastik eine vielschichtige Kontextualisierung vorangehen.


Franziskaner und die Verbreitung von Glaubensvorstellungen

Im Jahre 1209 legte Franziskus dem Papst Innozenz III. die erste Form seiner Ordensregel vor. Mit dem Anwachsen der Brüderschaft ergab sich die Notwendigkeit diese Entwicklung zu berücksichtigen und den Regeltext zu überarbeiten. Das Generalkapitel des Jahres 1221 erstellte die Redaktion des uns bekannten Textes der nicht bullierten Regel in deren 16. Kapitel es heißt: "(3) Daher soll jeder Bruder, der unter die Sarazenen und andere Ungläubige gehen will, mit der Erlaubnis seines Ministers und Dieners gehen...(5) Die Brüder aber, die hinausziehen, können in zweifacher Weise unter ihnen geistlich wandeln. (6) Eine Art besteht darin, daß sie weder Zank noch Streit beginnen, sondern ‚um Gottes willen jeder menschlichen Kreatur untertan sind und bekennen, daß sie Christen sind. (7) Die andere Art ist die, daß sie, wenn sie sehen, daß es dem Herrn gefällt, das Wort Gottes verkünden ...."

Die handschriftliche Überlieferung der nicht bullierten Regel von 1221 setzt erst hundert Jahre später ein. Darüber hinaus finden sich Fragmente, die nicht mit dem üblichen Text der nicht bullierten Regel übereinstimmen. Zeitlich sind diese Fragmente zwischen der Regel von 1221 und der bullierten Regel vom 29. November 1223 anzusetzen: "(33) Wenn die Brüder durch die Welt ziehen, sollen sie nichts auf dem Weg mit sich führen, weder Beutel, noch Tasche, noch Brot, noch Geld, noch Stab, ... (36) Die Brüder, die mit Erlaubnis ihres Ministers unter die Ungläubigen hinausziehen, können in zweifacher Weise geistlich wandeln. (37) Eine Art besteht darin, daß sie weder Zank noch Streit beginnen, ... (41) Allen sollen die Brüder durch den Lebenswandel predigen." [1]

Durch die Bulle Solet annuere bestätigte Papst Honorius III. am 29. November 1223 die endgültige Regel des heiligen Franziskus. Dabei nahm er den vollständigen Text dieser Regel in sein Bestätigungsschreiben hinein. Das Original dieses Schreibens wird im Sacro Convento zu Assisi als kostbare Reliquie aufbewahrt (Abb. 1). In dieser Regel für den Franziskanerorden widmet Franziskus der Mission ein eigenes Kapitel. Danach richtet sich auch heute die Form der Evangelisierung aus: " [12. Kapitel, Von denen, die unter die Sarazenen und andere Ungläubige gehen] ...(4) auf daß wir, allezeit den Füßen dieser heiligen Kirche untertan und unterworfen, feststehend im katholischen Glauben, die Armut und Demut und das heilige Evangelium unseres Herrn Jesus Christus beobachten, was wir fest versprochen haben".[2]

Die Verbreitung des Evangeliums in der Predigt und im beispielhaften Leben in Armut war Franziskus Zeit seines Lebens ein großes Anliegen. Darum ging er selbst zu den Ungläubigen, ermunterte seine Brüder dazu und setzte in die Regeln entsprechende Anweisungen. Weil Gott der Vater aller Menschen ist und Christus sein Blut für alle vergossen hatte, sollte auch denen das Evangelium verkündet werden, die den christlichen Glauben nicht kannten. Er ist der erste Ordensgründer, der in seinen Regeln ausdrücklich von der Heidenmission spricht. Seine Art, Nichtchristen von der Wahrheit des Evangeliums zu überzeugen, in evangelischer Tradition ("...dass sie weder Zank noch Streit beginnen, sondern ... jeder menschlichen Kreatur untertan sind..."[3]) erfährt zur Zeit Ockhams eine deutliche Auslegungsverschiebung in der praktischen Handhabung.

Symptomatisch für diese Entwicklung kann Raimundus Lullus angeführt werden, ein katalanischer Philosoph und Theologe, der 1316 den Märtyrertod starb. Umgeben von Islam, Judentum und Christentum trachtete er die zentrale Glaubenslehre des Christentum (Dreifaltigkeit und Auferstehung) argumentativ zu verbreiten. Er versuchte die Vernunft anzusprechen und glaubte bei seinen muslimischen Gesprächs-partnern Anerkennung und Respekt zu finden. Der überzeugte Denker und Gläubige kam jedoch gegen den Sophismus der nicht überzeugungswilligen Muslimen kaum an. Der anfänglich friedliebende Dialog wurde immer mehr zum kämpferischen Disput. (Abb. 2) Mit dem Fall von Akkon 1291, dem letzten christlichen Stützpunkt in Palästina, sah Lullus sich veranlasst seine Auffassung wie dem Islam zu begegnen sei zu überdenken. Sein Scheitern auf dem Argumentationsweg machte ihn mit dem Kreuzzugsgedanken vertraut. Immer häufiger überlegte er der Mission durch Kreuzzug den Vorrang einzuräumen. Im Zwiespalt zwischen Predigt und Krieg starb er in Bougie bei Algier unter dem Schwert der Sarazenen den Märtyrertod. [4]

Der Franziskaner Wilhelm von Ockham

Wie viele andere Arbeiten über Wilhelm von Ockham muss auch diese dem bedauerlichen Umstand Rechnung tragen, dass über seine frühen Jahre nur wenig bekannt ist. Seinem Namen nach zu schließen dürfte er in einem Dorf im Südwesten Londons geboren sein. Aus dem Datum seiner Subdiakonweihe am 26.2.1306 lässt sich schließen, dass sein Geburtsjahr vor 1287 anzusetzen ist. Als gesichert gilt, dass er zwischen 1310 und 1317 sein Studium am Oxforder Franziskanerkonvent absolviert hat. In den beiden darauf folgenden Jahren hält Ockham bereits Vorlesungen über die Sentenzen (Sinnsprüche) des Petrus Lombardus[5]. Seine Graduierung als Venerabilis Inceptor legt eine abgeschlossene akademische Ausbildung nahe.

Was ihm den Lehrauftrag als Magister verwehrte kann nur vermutet werden. Sicher war einerseits die intrigante Haltung des Oxforder Kanzlers John Lutterell, der sich im wissenschaftlichen Streit mit dem Bettelorden befand, mitverantwortlich. Darüber hinaus könnte vermutet werden, dass die Anzahl der Lehrstellen in Ordenshäusern beschränkt war. Zwischen 1320 und 1324 lehrte Ockham im Londoner Franziskanerkonvent. Es ist anzunehmen, dass er seine philosophischen und theologischen Schriften bis zu dieser Zeit bereits vollendet hatte. John Lutterells Auseinandersetzung mit den franziskanischen Gelehrten findet seinen Höhepunkt in einer Anklage gegen Ockham. Die Vorwürfe betreffen die Art und Weise wie dieser die Logik auf theologische Fragen anwendet und müssen in Kenntnis der Werke Ockhams dem Unverständnis Lutterells oder seinem Übereifer zugeschrieben werden. Der in der Zwischenzeit abgesetzte Kanzler legte eine Anklageschrift vor, in der 56 Lehrsätze als Irrtümer angeprangert wurden.[6]

Lutterell war am päpstlichen Hof in Avignon[7] auf offene Ohren für seinen Feldzug gegen den Franziskaner gestoßen. Der zur selben Zeit seinem Höhepunkt zusteuernde Armutsstreit hatte den Papst gegen den Bettelorden sensibilisiert. Erst diesem Umstand ist eine verlässliche Chronologie des Wilhelm von Ockhams (Abb. 3) zu verdanken.

Der historische Kontext

Ockham ist Theologe und Philosoph gleichermaßen. Obwohl seine Schriften in Opera Philosophica, Opera Theologica und Opera Politica eingeteilt werden darf nicht übersehen werden, dass dieselben wissenschaftlichen Prinzipien hinter all seinen Werken stehen. Seine Abhandlungen zur Logik und Naturphilosophie bilden den Mittelpunkt seiner Auseinandersetzung mit der Frage, ob der menschliche Intellekt überhaupt zur Einsicht in die offenbarte Wahrheit befähigt ist. Diese, auf der Grundlage logischer, wissenschafts-theoretischer und ontologischer Prinzipien abgehandelten Reflexionen bildeten den Ansatzpunkt für seine Kritiker und lassen sich in drei Grundprinzipien zusammenfassen.[8]

  • Das Allmachtsprinzip, bringt zum Ausdruck, dass Gottes Macht nicht nur darin bestand zu erschaffen sondern auch über Art und Ausprägung zu entscheiden. (Doppelte Allmacht: "Dass" und "Wie")
  • Das Widerspruchsprinzip geht über das Aristotelische hinaus, indem es einen zuverlässigen Weg des Nachweises der Unterscheidbarkeit der Dinge darstellt. Sich widersprechendes kann weder ausgesagt noch erkannt werden, es besitzt keine Singularität. Übertragen auf Gott bedeutet dies, dass er nichts zu bewirken vermag, was einen Widerspruch in sich hat
  • Das Ökonomieprinzip (unglücklicherweise als sein Rasiermesser bekannt geworden) ist kein gegenstandsbezogenes Prinzip sonder erkenntnistheoretische Maxime. Hintergrund ist die Bemühung zwischen Dingen und Begriffen zu unterscheiden. Das heißt es gibt nicht überflüssiges Seiendes sondern nur überflüssiges Beschreibendes.

Die theologische Auseinandersetzung betraf das von Franz von Assisi geforderte Armutsideal ebenso wie die Frage ob Christus und die Apostel privat oder gemeinschaftlich Eigentum besessen hatten. Obwohl der Streit sich formal nur auf die Lebensweise von Bettelmönchen bezog, konnte die Armutsforderung auch als Kritik am Reichtum des höheren Klerus und besonders der Angehörigen des päpstlichen Hofes verstanden werden. Der Armutsstreit war eine aus der Praxis erwachsene vielschichtige Auseinandersetzung um den richtigen Umgang mit dem von Franz von Assisi hinterlassenem Armutsideal. Die schnell wachsende Gemeinschaft sah sich in einem Konflikt zwischen ursprünglichem Ideal und den Anforderungen an eine Organisation. Die Brüder lebten zwar juristisch im Status eigentumsloser Bettler, doch ihre Lebensbedingungen näherten sich denen einer bürgerlichen Mittelschicht an (das Armutsideal als juristische Fiktion). Die so entstandene Praxis führte bis zum Antritt des Generalministers Johannes Bonaventura dazu, dass der Orden zunehmend verweltlichte. Bonaventura wollte diesen Entwicklungen begegnen, indem er den Orden wieder zum eigentlichen Armutsideal zurückführte und dieses durch strengere Disziplin zu überwachen suchte. Eine Verpflichtung zur Beobachtung der Armutsregel durch den Papst ließ jedoch Stimmen im Franziskanerorden laut werden, die offen bezweifelten, dass das Papsttum überhaupt dazu in der Lage sei, die mit den Evangelien gleichgesetzten Regeln des heiligen Franziskus durch Auslegungen zu interpretieren.. Die Kluft im Orden zwischen den Konventualen, welche in großen Konventen mit eigenen Studien nach den päpstlichen Regelauslegungen ihr Ideal auslebten und den Spiritualen, die zur Beobachtung des ursprünglichen Armutsideals in Einsiedeleien zurückkehren wollten, wurde größer (der praktische Armutsstreit). Angesichts der Diskrepanz zwischen vorherrschender Praxis und theoretischer Argumentation entwickelten sich oft wechselnde Positionen in der Austragung des theoretischen Armutsstreites. Johannes XXII [9], grundsätzlich selbst ein weltlicher Papst, warf dem gesamten Orden weltliches Verhalten vor. Er begründete dies damit, dass die Franziskaner in der Realität häufiger vor Gericht zögen, als andere Orden der Christenheit. Schließlich entschied er 1323, dass die Lehre, Christus und die Apostel hätten kein Eigentum besessen, grundsätzlich irrtümlich und ketzerisch sei. Der Papst stützte sich in seiner Argumentation darauf, dass die Nutzung von Verbrauchsgütern zu deren Vernichtung führe und dieses Eigentum daher von Gott selbst gestiftet sei.[10]

Der politische Kontext wird von der Auseinandersetzung zwischen Papst und Deutschen Reich geprägt. Seit dem Tod Heinrich VII im Jahr 1313 befand sich das Reich im Interregnum. Ludwig IV von Bayern hatte sich als erster Wittelsbacher ebenso wie der Habsburger Friedrich der Schöne um die römisch-deutsche Königskrone bemüht. Johannes XXII. versuchte diese Situation auf der Seite Friedrichs zu nutzen, um seine Ansprüche in Italien durchzusetzen. Ludwigs Sieg auf dem Schlachtfeld veranlasste den gekränkten Papst jegliche Anerkennung zu verweigern. Er verlangte, dass Ludwig den Königstitel niederlegen sollte, und dass alle bisherigen Regierungshandlungen für ungültig erklärt werden sollten, bis seine Wahl vom apostolischen Stuhl bestätigt sei. In seinen Appellationen legte der König Berufung gegen die päpstlichen Prozesse ein und forderte die Einsetzung eines Konzils. Schon in einer ersten unpublizierten Appellation gab es dabei einen Verweis auf den franziskanischen Armutsstreit. In seiner wichtigsten Appellationsschrift erklärte er den Papst selbst zum Ketzer und untermauerte dies argumentativ damit, dass die Position des Papstes im Armutsstreit ketzerisch sei. So floss nun auch der franziskanische Armutsstreit in die politische Argumentation gegen die Kurie mit ein.[11]

Es kann vermutet werden, dass eine räumliche Konstellation (Abb. 5) nicht unwesentlich für die weitere Entwicklung verantwortlich war. Als entschiedener Gegner einer radikalen Armutsthese geriet Papst Johannes XXI in Konflikt mit dem Ordensgeneral der Franziskaner Michael von Cesena den er nach Avignon zitierte. Er stand vermutlich im selben Franziskaner-konvent unter Arrest wie Ockham. Dort gelang es Michael offensichtlich den Philosophen von der Auffassung zu überzeugen, dass die Armutsforderung berechtigt war und drei gegenteilige Verordnungen des Papstes von 1322 bis 1324 häretisch waren. Daraus zogen die beiden Franziskaner den Schluss, dass der Papst vom wahren Glauben abgefallen sei. Hochrangige Franziskaner, wie Michael von Cesena und Bonagratia von Bergamo[12], die vor kurzem noch mit dem Papst gegen die Spiritualen vorgegangen waren, standen nun in offener Gegnerschaft zu ihm. Teile des Ordens erklärten Johann XXII. sogar für häretisch.

Durch die Instrumentalisierung der Auseinandersetzung im Kampf Ludwigs des Bayern mit der Kurie erhielt der Streit eine für das Papsttum gefährliche politische Sprengkraft. Vor diesem Hintergrund wurde die Anklage gegen Ockham vorbereitet. Unter dem Ankläger Lutterell stellte die Kommission eine Liste der angeblich häretischen Thesen Ockhams zusammen. Im abschließenden Gutachten 1326 wurden die eingebrachten Sätze zum überwiegenden Teil für häretisch, irrig, oder falsch erklärt und Ockham selbst des Pelagianismus[13] für schuldig befunden.[14]

Die Lage spitze sich zu als das franziskanische Pfingstkapitel des Jahres 1328 Michael von Cesena gegen den Willen des Papstes wiederwählte. Dieser wurde daraufhin zusammen mit Bonagratia von Bergamo und Wilhelm von Ockham exkommuniziert. In Kenntnis der politischen Auseinandersetzung und nach Einschätzung der eigenen Lage flüchteten die Franziskaner aus Avignon und zu Ludwig dem Bayern der zu diesem Zeitpunkt mit seinem Heer in Pisa lag. Die Gruppe siedelte sich schließlich am Hof Ludwigs in München an und begann von hier aus einen publizistischen Kampf gegen das Papsttum, der die philosophische Wortgewalt Ockhams ebenso zu nutzen wusste wie die verbrieften Ordensregeln der Franziskaner.[15]


Ockhams politische Schriften

Ockham, der sich davor auf theoretisch theologische und philosophische Fragen konzentriert hatte, sah sich in München zur Auseinandersetzung mit dem Armutsstreit gezwungen. Er wurde zu einem Vorkämpfer der Gegner des Papstes und begann sich intensiv mit politischen und kirchenrechtlichen Grundsatzfragen zu befassen. Dabei darf nicht übersehen werden, dass seine Verbindung zum König ein reines Zweckbündnis darstellte, in dem Ludwig an der Armutsthematik nur soweit interessiert war, wie sie ihm im Kampf gegen den Papst nutzen konnte. Ockham trat nun als Polemiker auf. Er legte die Standpunkte in direkten Kontrast zu denen des obersten Kirchenherrn.

Es entstanden jene Schriften die unter Opera Politica zusammengefasst werden. Unter diesen finden sich sowohl Beiträge zum Armutsstreit an sich als auch die Beschäftigung mit sozialen und politischen Fragen. Dabei äußerte er keine radikalen Gedanken, sondern verteidigte eine von vielen bereits seit langem gelebte Idee, die sich plötzlich einer sie häretisierenden Gegnerschaft ausgesetzt sah. In einem Brief, den er 1334 an das Generalkapitel des Ordens richtete, beschrieb er seine Ohnmacht gegenüber der Übermacht der Glaubensgegner. [16]

Das erste eigene Werk dieser Zeit stellt das etwa zwischen 1332 und 1334 entstandene Opus XC Dierum dar. Der erste Teil seines Dialogus dürfte ebenfalls noch vor 1334 entstanden sein, da Ockham auf den Tod Papst Johannes XXII. im Dezember 1334 noch nicht eingeht. Er beschäftigte sich hier vor allem mit dem Problemfeld der Häresie und den Möglichkeiten einer Reaktion. Einen zweiten Teil des Dialogus hat Ockham nie verfasst. Mit dem Tod von Johannes XXII ist bei Ockham ein Themenwandel festzustellen. Er beschäftigte sich 1337 erstmals mit der Machtbegrenzung eines nichthäretischen Papstes. Zwischen 1340 und 1342 hatte Ockham seine Octo Quaestiones fertig gestellt. In dem Achtfragentraktat, behandelte er Fragen zur Macht des Papstes, zur Wahl des deutschen Königs und seiner Approbation. Im seinem letzten großen Werk, dem dritten Teil des Dialogus, griff er ähnliche Themen auf. Von dieser Tertia Pars des Dialogus wurde nur das erste Traktat fertig gestellt. (Das zweite Traktat bricht mitten im Text ab, was sich am ehesten durch Ockhams Tod im April 1347 erklären lässt.) Analog zu den Rechten und der Macht des Papstes untersuchte er die des Römischen Reiches. Inhaltlich hatte er sich von den ersten Schriften seiner Münchener Zeit wegentwickelt, die auf franziskanische Themen fokussiert waren. 1342 nutzte Ludwig IV Ockham im Rahmen der Tiroler Eheaffäre um Margarethe Maultasch erstmals als Auftragsschreiber, um das Vorgehen des Bayern im Nachhinein zu legitimieren.[17]

Ockham sieht in der Kirche, genauso wie in der politischen Ordnung, zunächst eine soziale Organisation. Die Kirche verfolgt aber eine andere Blickrichtung als eine politische Ordnung. So sagt er, dass es schon vom Begriff her eine Unterscheidung gäbe. Während es in der weltlichen Sphäre um Herrschaft gehe, gehe es im geistlichen Bereich nicht um Herrschaft, sondern um Dienst. Die Kirche sei eine Gemeinschaft, die sich zu ihrem eigenen Schutz und dem Schutz des Gemeinwesens, einem Herrscher, bzw. einer Form von Herrschaft unterstellt, während durch die Herrschenden das Wohl des Gemeinwesens repräsentiert wird.

Ockham führt im keine systematische Begründung für eine göttliche Legitimation an. Es scheint, dass er diese Legitimation auf die bloße göttliche Anordnung reduziert, dass es überhaupt einen Papst geben solle. Die Hauptaufgabe des Papstes beschränkt Ockham auf innerkirchliche Angelegenheiten. In der Kompetenz des Papstes liegt es, alles dafür zu tun, was für die Leitung der Gemeinschaft nötig sei. Die Sittenlehre ist dahingehend zu behandeln was geistlich notwendig ist. In Bezug auf die Armutsthese gesteht Ockham dem Papst zu, weltliche Güter für seinen Unterhalt und seine Amtsführung zu fordern. In der Rechtsprechung sieht er die Kompetenz des Papstes als rein kirchlich. Kirchliche Vergehen sind Handlungen, die im direkten Gegensatz zur christlichen Religion stehen und zunächst nur von ihr als solche betrachtet werden. Jegliche Kompetenz, die über die beschriebenen Fälle hinausgeht bedürfe einer expliziten Einwilligung oder Beauftragung von weltlicher Seite. Jegliche Überschreitung der Kompetenzen bringt Ockham in die Nähe von Ketzerei oder Amtsmissbrauch im Sinne eines Herrschaftsverfalls. Insgesamt ist die Amtsbefugnis des Papstes also eine sehr geringe, die sich auf den geistlichen Bereich beschränkt und selbst in diesem nicht die Freiheit genießt, die man bei einem Herrscher erwartet.[18]

Der Vergleich des ideellen Standorts Ockhams vor seinen politischen Schriften und während der Zeit im Exil zeigt, dass sich die ursprüngliche theoretische Position nicht veränderte, sondern eine Verknüpfung mit praktischen Fragestellungen erfolgte. Diese Entwicklung lässt sich am Begriff der Selbstheit (Freiheit) demonstrieren.

In der spekulativen Kühle scholastischer Theorie wirkt seine Auffassung der Freiheit, als Vermögen des Menschen gegenüber der Seligkeit, im philosophisch-theologischem Kontext unauffällig. Den Begriff der Selbstheit weiter gedacht, lässt sich jedoch bereits schließen, welche Konsequenzen eine Instrumentalisierung nach sich zieht. Die Freiheit als Seins bejahende und Existenz erfüllende Fähigkeit wird vom tugendhaften Akt getrennt. Eine Verbindung erfolgt wenn sich der Wille für das rechte Wort, für die Einsicht in das Rechte entscheidet. Er kann sich aber auch gegen die Einsicht entscheiden. Der Wert des sittlichen Handelns wird an der Intention, also der Gesinnung der freien Liebe zu Gott gemessen.[19]

Einer Individualisierung im Rahmen des Entscheidungsprozesses wird eine unfehlbare sittliche Seinsbejahung des Seligen ohne Zwischeninstanz gegenübergestellt. Sofort stellt sich die Frage, in welcher Form kirchliche oder staatliche Autoritäten in dieser Konstruktion Platz finden sollen. Es wird nur allzu verständlich, dass in Unkenntnis oder mit Unverstand eine Häresiefrage konstruiert werden könnte, die ihre Motivation aus der fehlenden Verortung irdischer Glaubensautoritäten zieht. In welcher Selbstverständlichkeit er seine Überlegungen von jeder praktischen Interpretation ausklammert wird klar wenn er das freie Handeln als ordnungsfreie Zone bezeichnet (Quodlib. IV, 6).[20] Sein Verständnis der praktischen Bedeutung bleibt ein theoretisches. Wenn er sich zur Mission äußert, dann geht er davon aus, dass die Glaubensverkündung im Auftrag jener sittlichen Seinsbejahung steht die unfehlbar ist. Außer Obligo bleibt für ihn das Unzweifelhafte des rechten Wortes als Stiftung des Herrn. In seinem theoretischen Werk findet es Ockham nicht einmal der Mühe wert, die hierarchische Autorität der Kirche diesem Wort zur Seite zu stellen. Es wäre für den strukturierten Scholastiker gar nicht möglich beides auf derselben ontologischen Stufe zu denken. Selbst wenn er auf die Mission praktischen Bezug nimmt, werden Fragen der Glaubensbegründung durch echte oder scheinbare Wunder aufgegriffen und keineswegs über institutionalisierte Autoritäten diskutiert (Quodlib. VII, 4).[21] Die konkurrierende Glaubensverkündigung von Christen und Sarazenen wird auf einer fundierten ontologischen Ebene argumentiert.

Unter diesen Voraussetzungen verwundert es nicht, dass Michael von Cesena den Philosophen für seine Haltung gewinnen konnte. Ein roter Faden lässt sich von der unfehlbaren Bejahung, über das rechte Wort bis zur franziskanischen Armutsthese ziehen. Jene Zeit in Avignon ist sicherlich als Übergangsphase zu sehen. Das abstrakt ontologische des rechten Wortes (Lk 10,4) erfährt über die franziskanische Ordensregel (Nicht Bullierte Regel 33) eine Konkretisierung in der gelebten Armut der Glaubensverbreitung. Es ist nur zu erahnen welche konkreten Lebenszwänge in den folgenden Jahren aus dem nüchternen Theoretiker einen Verfasser von praktisch politischen Schriften werden ließ.

Das Entstehen derartiger Traktate wird durch Ockhams Standort gegenüber den Dingen möglich. Die Ideen sind die Dinge selbst. Indem er der Ordnung keine universale Wirklichkeit zukommen lässt, kann die Freiheit ebenso wie die hierarchische Autorität als Stiftung Gottes diskutiert werden. Fügt man seine Auffassung hinzu, dass es Fälle gibt, die erkenntnistheoretisch nicht fassbar sind, so lassen sich seine politischen Schriften im Rahmen des Gesamtwerkes als praktische Reflexion auf theoretische Inhalte einordnen. Bei der zum Teil missverstandenen Polemik seiner Traktate handelt es sich nicht um zurechtgebogene philosophische Argumente sondern um die Argumentation aus einem geschichtlichem Verständnis, für jene Fälle in denen eine wissenschaftstheoretische Ableitung von seinem Standort aus gar nicht möglich ist.

In den Armutsstreit hat Ockham in Form von Traktaten eingegriffen. In seinem Hauptwerk (Opus nonaginta dierum) setzt er die umstrittenen Erlässe des Papstes in Relation zum rechten Wort. Seine Argumentation stützt sich auf den Unterschied zwischen dem Gebrauch einer Sache und dem Recht darüber. Er stellt die Frage warum eine weltliche Macht über jener eines besitzlosen Christus stehen soll. Seine weitere publizistische Tätigkeit bleibt dieser Argumentationslinie treu, wird jedoch in der Rhetorik zunehmend schärfer. Seine Angriffe sind auf die Person des Papstes gerichtet und sparen nicht mit Formulierungen die provozieren sollen ("Kirche der Bösewichte"). Die Verschärfung des Streites, auch innerhalb des Ordens, zwingt Ockham zur sorgfältigen Unterscheidung zwischen Lehre und Praxis der Besitzlosigkeit einerseits und der evangelischen Botschaft. Er differenziert seine Armutskirche als zwar nicht restlos arme Kirche in all ihren Gliedern (um der Lebenspraxis gerecht zu werden) aber als Kirche mit armer Führung (auf Grund der Nähe zum Wort einerseits und der praktischen Unnotwendigkeit von Besitz andererseits). Ein Problem, mit dem die Franziskanern in den darauffolgenden Jahrzehnten noch häufiger konfrontiert werden sollen, reißt Ockham zusammen mit der pauperistischen These an. Es ist jenes der radikalen Distanz zur Gewalt.[22]

Während die inneren und äußeren Konflikte, die mit dem Wort ausgetragen wurden, das Leben der Mehrzahl der Ordensangehörigen kaum beeinflusst hatten, mussten sich die Franziskaner zu dieser Zeit einer Entwicklung stellen, die in der Person des Raimundus Lullus bereits Zeichen gebend ihre Schatten voraus geworfen hatte.[23]

6. Franziskanermission nach Ockham und dem Armutsstreit

Im Jahr 1329 fand der theoretische Armutsstreit seinen Abschluss, nachdem der Papst zahlreiche Ordensoberen mit Papsttreuen besetzt hatte. Franziskanische Selbstzeugnisse [24] sprechen aber davon, dass die Sympathien der Ordensangehörigen eindeutig bei Michael von Cesena lagen. Zu unterscheiden ist jedoch die Geisteshaltung der Ordensbrüder vom Umgang mit den Überzeugungen der Glaubensverbreitung in der Praxis.

Obwohl Bildung und Wissenschaft Auswirkung auf die Praxis der Mission hatten, war die weitere Entwicklung der Missionstätigkeit abhängig von der strukturellen Entwicklung des Ordens. Der Armutsstreit als intellektuelle Auseinandersetzung musste oft hinter lokale Faktoren zurücktreten.[25]

Auch wenn die Auswirkungen überregionaler Entwicklungen lokal unterschiedlich ausgeprägt blieben kann für das 14. Jahrhundert eine allgemeine Stagnation franziskanischer Missionstätigkeit beobachtet werden.[26]

Die vor allem in der orientalischen Kultur engagierten Franziskaner hatte nicht zuletzt auf Grund des Todes von Lullus und anderen Leitfiguren ein tiefer Pessimismus gegenüber der Sarazenenmission ergriffen, und es scheint naheliegend zu vermuten, dass der Eifer, sich in ihrem Dienst zu opfern, langsam verebbte. Dies nicht zuletzt, da die Brüder mit der Idee der Gegengewalt in der Rhetorik der Kreuzzüge konfrontiert wurden, die auch bei Ockham nicht in Einklang mit der radikalen Distanz zu diesem Phänomen gebracht werden konnte.[27]

Ockhams Beitrag zur Entwicklung der Missionstätigkeit oder der des Armutsstreites kann nur vermutet werden, und der folgende Versuch einer Interpretation kann weder der philosophisch-theologischen Dimension noch der Tragweite globaler politischer Entwicklungen dieser Zeit gerecht werden. Die Bezugnahme aktueller Standpunkte franziskanischer Missionspolitik auf die Thesen zur Armut und Gewaltlosigkeit macht jedoch eine kritische Bewertung dieses Kapitels der Ordensgeschichte notwendig.[28]


Diskussion

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und damit auch der Geschichte der Missionstätigkeit blieb auch dem Franziskanerorden nicht erspart. Das Eingestehen von "bedauerlichen Fehlern" führt die Legitimation zurück zum "rechten Wort". Die Interpretation desselben steht seitdem für den Begriff der Inkulturation. Ich möchte jedoch nicht auf die Spannungen zwischen dem kulturwissenschaftlichen und theologischen Diskurs dieser Interpretation hinweisen, sondern die Frage stellen, was von einem Diskurs blieb der im 13. Jahrhundert auf das rechte Wort Bezug nimmt. Was blieb von Michael und Bonagratia, und nicht zuletzt, was blieb von den Opera Politica des Wilhelm von Ockham.

Es lässt sich nachvollziehen, dass die besitzlosen Bettelmönche einen ebenso bescheiden auftretenden Papst an der Spitze sehen wollten. Andererseits stellt sich die Frage der Relevanz in der Praxis der Glaubensverbreitung. Der Armutsstreit, trotz oder weil oft auf hohem theoretischen Niveau ausgetragen, war eine kirchenpolitische Auseinandersetzung die von der Praxis der Missionspolitik überholt wurde. Allein unter Berücksichtigung der handelnden Personen erwächst der Eindruck einer Konfrontation, die nicht nur in einem kleinen Kreis an der Spitze ausgetragen wurde, sondern auf Grund der oft sehr persönlichen Motive auch kein Interesse daran bestand, sie in lokale Ordensangelegenheiten einfließen zu lassen.

Die Einordnung der Opera Politica als publizistische Schriften darf nicht darüber hinweg täuschen, dass der Kreis der Adressaten klein war. Ockhams Beitrag muss seiner fundiert philosophisch Basis wegen gewürdigt werden. Daher stellt sich weniger die Frage in wie weit die Instrumentalisierung seiner Feder die Aussagen geschwächt hat, sondern vielmehr ob es überhaupt nötig war zur Feder zu greifen. Bereits zu seinen Lebzeiten war der Armutsstreit, wenn auch ungelöst, so zumindest abgeschlossen. Seine kirchenpolitischen Interpretationen aus philosophisch theologischer Sicht bleiben akademisch interessant, bilden aber kein zusammenhängendes Gedankengebäude. Der Syllogismus vom rechten Wort zur konkreten Glaubensverkündung in Armut und Gewaltlosigkeit mag hinreichende Begründung aus der Sicht des Philosophen sein; die Praxis der tätigen Mission konnte davon jedoch nicht profitieren. Vermutlich ist jene Krise, der sich der Orden durch Krieg und Kreuzzug gegenüber sah, weit höher zu bewerten. Auch ohne Radikalisierung der Distanz zur Gewalt stellt die Ohnmacht gegenüber der inneren und äußeren Entwicklung in diesem Kontext den Eckpfeiler franziskanischer Vergangenheitsbewältigung dar; und diesbezüglich ist bei Ockham nichts nachzulesen.


Bibliographie

  • Balz Horst R [u.a.],Theologische Realenzyklopädie, Band 25. (Berlin, de Gruyter 1977)
  • Beckmann Jan P., Wilhelm von Ockham. (München, Beck 1995)
  • Kölmel Wilhelm, Wilhelm Ockham und seine kirchenpolitischen Schriften. (Essen, Ludgerus 1962)
  • Occham Guilelmus de, Quodlibetal questions: volumes 1 and 2; Quodlibets 1 - 7. Transl. by Freddoso Alfred J. (New Haven/Conn. [u.a.], Yale Univ. Press 1998)
  • Rahner Karl, Sacramentum Mundi: Theologisches Lexikon für die Praxis. Band 3 Konfessionalismus bis Quietismus. (Freiburg/Breisgau Wien [u.a.], Herder 1969)
  • Scholz Richard, Wilhelm von Ockham als politischer Denker und sein Breviloquium de principatu tyrannico. (Leibzig, Hiersemann 1944)
  • Schreckenberg Heinz, Lullus Raymundus (1233-1316). In: Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon. Band V. (Nordhausen, Traugott Bautz 1993) Spalten 423-430. Online unter < http://www.bautz.de/bbkl/l/lullus_r.shtml> (20.12.2009)
  • Von Wyss Georg, Chronicon: die Chronik des Minoriten Johannes von Winterthur. (Zürich, J.J. Ulrich 1856)
  • Wittneben Eva Luise, Bonagratia von Bergamo: Franziskanerjurist und Wortführer seines Ordens im Streit mit Papst Johannes XXII. (Leiden, Brill 2003)

http://www.franziskaner-missionsverein.de/index.php?id=mv_franziskus


Abbildungen und Quellen

  • Deckblatt: Wilhelm von Ockham. Public Domain. slideshine.de
  • Abbildung 1: Ordensregel, Ausstellungsstück in der Reliquienkapelle der Unterkirche San Francesco, Assisi. Gemeinfrei, franziskaner.de
  • Abbildung 2: Auseinandersetzung mit einem sarazenischen Sklaven. Miniatur 3 Breviculum ex artibus Raimundi Lulli electum. Handschrift der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe aus der Klosterbibliothek Sankt Peter Signatur: St. Peter perg. 92. www.lullianarts.net
  • Abbildung 3: Wilhelm von Ockham. Public Domain. slideshine.de
  • Abbildung 4: Krönung Ludwig der Bayer 1328 (Ausschnitt), Gemälde in den Hofgartenarkaden in München. Foto: Zentrales Wikimedia Archiv, Urheber Rufus 46, GFDL.
  • Abbildung 5: Mediaeval Commerce Europe (Ausschnitt). Gemeinfrei, deutschland-im-Mittelalter.de


Danksagung

Die vorliegende Arbeit verdankt ihr Entstehen nicht nur dem Leiter der Lehrveranstaltung Herrn Univ.-Prof. Dr. Andreas Schwarcz sondern auch den wichtigen Hinweisen des Fr. Dr. Johannes Schlageter OFM. Ich möchte mich hiermit für die qualifizierte Unterstützung bedanken, die es gestattete die Instrumentalisierung von Philosophie wie auch Theologie des Franziskaners in einen historischen Kontext einzuordnen.


  1. Franziskanerkonvent Insel Werd, Franziskanische Schriften. Online Unter < http://www.schriften.franziskaner-werd.ch/fragreg.htm> (20.12.2009)
  2. Franziskanerkonvent Insel Werd, Franziskanische Schriften. Online Unter < http://www.schriften.franziskaner-werd.ch/regbul.htm> (20.12.2009)
  3. Franziskanerkonvent Insel Werd, Franziskanische Schriften. Online Unter < http://www.schriften.franziskaner-werd.ch/regnbul.htm> (20.12.2009)
  4. Schreckenberg Heinz, Lullus Raymundus (1233-1316). In: Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon. Band V. (Nordhausen, Traugott Bautz 1993) Spalten 423-430. Online unter < http://www.bautz.de/bbkl/l/lullus_r.shtml> (20.12.2009)
  5. Scholastiker des 12. Jahrhunderts
  6. Beckmann Jan P., Wilhelm von Ockham. (München, Beck 1995) 19-30
  7. Der Papstpalast in Avignon war von 1309 bis 1377 Sitz von sieben aus Frankreich stammenden Päpsten, bis Gregor XI seine Residenz wieder nach Rom verlegte. Das folgende Schisma bescherte der katholischen Kirche bis zum Konzil von Konstanz 1417 jeweils Papst und französischen Gegenpapst.
  8. Beckmann, Wilhelm von Ockham. 32-35
  9. Johannes XXII. wurde 1316 zum Papst gewählt. Er brachte große politische Erfahrung mit, und ist aufgrund seines hohen Alters von 72 Jahren bei seiner Wahl eher als Übergangskandidat interpretiert worden. Seine Beharrlichkeit im Streit mit Ludwig IV. um den päpstlichen Anspruch bei der Zuerkennung von königlichen Herrschaftsrechten steht in Gegensatz zu seiner reformierten Haltung.
  10. Wittneben Eva Luise, Bonagratia von Bergamo: Franziskanerjurist und Wortführer seines Ordens im Streit mit Papst Johannes XXII. (Leiden, Brill 2003)
  11. Wittneben, Bonagratia von Bergamo.
  12. Bonagratia von Bergamo war franziskanischer Laienbruder und Jurist. Als Prokurator seines Ordens an der Kurie in Avignon unterstützte er seinen Ordensgeneral mit seiner juristtischen Kompetenz und wurde im Januar 1323 arretiert.
  13. Pelagianismus (nach dem Moralisten Pelagius im 5. Jh.) im christlichen Verständnis, ist der Glaube, dass die Erbsünde  die menschliche Natur nicht verderben kann und der freie Wille  in der Lage ist, zwischen Gut und Böse ohne göttlichen Beistand zu unterscheiden. Somit würde die Gnade Gottes zweitrangig gegenüber dem freien Willen des Menschen.
  14. Beckmann, Wilhelm von Ockham. 19-30
  15. Wittneben, Bonagratia von Bergamo.
  16. Balz Horst R [u.a.],Theologische Realenzyklopädie, Band 25. (Berlin, de Gruyter 1977) 6-17
  17. Scholz Richard, Wilhelm von Ockham als politischer Denker und sein Breviloquium de principatu tyrannico. (Leibzig, Hiersemann 1944)
  18. Kölmel Wilhelm, Wilhelm Ockham und seine kirchenpolitischen Schriften. (Essen, Ludgerus 1962)
  19. Rahner Karl, Sacramentum Mundi: Theologisches Lexikon für die Praxis. Band 3 Konfessionalismus bis Quietismus. (Freiburg/Breisgau Wien [u.a.], Herder 1969)
  20. Occham Guilelmus de, Quodlibetal questions: volumes 1 and 2; Quodlibets 1 - 7. Transl. by Freddoso Alfred J. (New Haven/Conn. [u.a.], Yale Univ. Press 1998)
  21. Occham Guilelmus de, Quodlibetal questions
  22. Kölmel, Wilhelm Ockham und seine kirchenpolitischen Schriften
  23. Klueting Edeltraud , Monasteria semper reformanda: Kloster- und Ordensreformen im Mittelalter, Band 12 von Historia profana et ecclesiastica. (Berlin [u.a.], LIT Verlag 2005)
  24. Von Wyss Georg (Hg), Chronicon: die Chronik des Minoriten Johannes von Winterthur. (Zürich, J.J. Ulrich 1856)
  25. Rahner, Sacramentum Mundi.
  26. Zimmermann Albert, Orientalische Kultur und Europäisches Mittelalter. Band 17 von Miscellanea mediaevalia. (Berlin, de Gruyter 1985)
  27. Schreckenberg, Lullus Raymundus. Spalten 423-4
  28. Vgl.: http://www.franziskaner-missionsverein.de/index.php?id=mv_franziskus


HILF MIT !!!
Typewriter Mac.png
Eigene Texte hochladen

Flattr this

|

[ Autoren ] · [ Werke ] · [ Literatur ] · [ Land ] · [ Themenkreis ] · [ Uni-Fachgebiet ] · [ Rezension ] · [ Tools ] · [ Schlagwort ] · [ Community ]